Ein Monat Mitarbeit - bei Diospi Suyana in Curahuasi

01. November 2016. Nach 30 Stunden Reise kommen wir zunächst in Cusco auf 3300 Meter Höhe an. Johanna stellt gleich mal die Sprache von Mamas Handy auf Polnisch um und telefoniert vom Hoteltelefon nach Brasilien (6 Dollar!). Wir besuchen die Kathedrale in Cusco. Auf dem Bild mit der Abendmahlsszene liegt ein Cuy (Meerschweinchen) – ein Nationalgericht - auf dem Teller vor Jesus.

 

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Werners erste OP in Curahuasi wird eine Ektropium-OP in örtlicher Betäubung. Sonja war mit Johanna in der Schule. Schon die Fahrt mit dem Moto-Taxi dorthin war aufregend, da die Straßen extrem holprig sind und teilweise nur so kleine Brücken über tiefe Gräben führen (auf die Bilder zum Vergrößern und für die Bildunterschriften klicken).

Sonja unterrichtet eigenständig eine Klasse in der Schule und hatte viel Freude dabei. Alles auf Spanisch – das war herausfordernd. Johanna ist immer mit dabei.

 

Di, 8.11.2016 Heute haben wir einen ausgedehnten OP-Tag und beginnen mit Werners 2. OP hier in Diospi Suyana, mit einer beidseitigen Entropium-OP bei einem 5 Jährigen in Narkose (siehe Bilder oben). Der Junge leidet seit Geburt an einem beidseitigen Entropium mit der Folge beidseitiger Hornhautvernarbungen im unteren Drittel der Hornhaut. Es reibt, er kann kaum die Augen aufmachen. Die OP beginnt mit einer Verzögerung von 50 min, was hier normal ist - es gibt nur einen Anästhesisten für derzeit 3 operative Abteilungen. OP und Narkose gehen gut.

 

Nächster Tag: Unser kleiner Entropium-Patient ist fröhlich und wohlauf, mit guter Lidstellung. Er und sein Papa reisen heute nach Hause in die Region Puno. Hier geht´s zum Artikel dazu von Diospi Suyana. Wir gehen mit Johanna spazieren, besuchen die 5 Alpakas auf dem Krankenhausgelände, und treffen eine Tarantel auf dem Heimweg.

 

Montag, den 21.11.2016: Heute steht für Werner die Operation eines misshandelten 9-Jährigen Quechua-Jungen auf dem Programm. Sein Vater ist alkoholkrank. Die beidseits traumatisch eingetrübte Linse erlaubt einen minimalen Rest an Sehkraft. Für die Schule reicht’s nicht mehr. Erfreulicherweise ist die Familie überhaupt zur OP erschienen. Zuvor hatte der Vater eine geplante Reise zur OP nach Lima bei einem Spezialisten am Tag der Abreise abgesagt.

Neben der Gesundheit des Kindes und der Sehkraft steht auch das Sorgerecht der Eltern auf dem Spiel. Die Eltern stimmen der OP zu. Der Junge wird beidseits in einer Sitzung erfolgreich an der Linsentrübung operiert und erhält eine klare Kunstlinse. Beim Operieren zeigt sich, dass die Linse und ihre Aufhängung durch viele Schläge auf das Gesicht teilweise zerstört und narbig verändert ist. Auch der Bruder ist beidseits erblindet, vermutlich ebenfalls durch Misshandlung. Den Kontakt zum Jungen und der Familie  zu halten und die Nachsorge dieses psychisch geschädigten Kindes sind hier die nächsten Herausforderungen.

 

Sonja macht in der ersten Klasse Mathematikförderung und hält in der zweiten Klasse allein Unterricht. Es sind 28 Schüler, mit all ihren Besonderheiten.

 

Werner operiert einen 25-jährigen Patienten mit Linsentrübung mit einer besonders schonenden OP-Technik. Beim Klettern auf einen Strommast als 8-Jähriger hat er einen Stromschlag abbekommen. Er ist seitdem nach und nach völlig erblindet. Er wird am Abend nach der OP wieder sehen können. 

 

Bei einem Dorffest hat das Krankenhaus einen Stand zum Thema "Nein zum Alkohol – Ja zum Leben" mit der Augenärztin Ursula Buck. Sonja und Johanna helfen mit Chicha morada – ein leckeres alkoholfreies Getränk -  zu verkaufen und Flyer zu verteilen.

 

25.11.2016 Der Patient mit dem Stromschlag hat wieder Durchblick und freut sich: Er kann wieder Arbeiten (auf die Bilder zum Vergrößern und für die Bildunterschriften klicken).

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